VMA-Fitness (In Gemeinschaft bewegen)                       Bericht 1.5.2010

27.4. bis 1.5.2010 Reise mit dem Fährschiff von Kiel nach Klaipeda (Memel)
mit Besuch von Königsberg

Organisator

Teilnehmerzahl

zurückgelegte Strecke

Wetter

Rolf Höhne

38 davon 18 Partnerinnen

mit Fährschiff, Bus und zu Fuß

zum Teil etwas frisch, aber mit viel Sonne

Verlauf der Veranstaltung

 

Nach dem individuellen Anreisen der 38 Teilnehmer erfolgte die Abfertigung im Fährterminal der DFDS Lisco am Kieler Ostuferhafen.

Mit dem Shuttlebus wurden wir zum Fährschiff gefahren, wo wir unsere Kabinen bezogen und dann bis zum Ablegen das interessante Verstauen der Trucks auf dem Schiffsdeck verfolgten.

Es folgte das Abendessen im Schiffsrestaurant und ein gemütliches Beisammensein in der Bar. Dann verschwand die Gruppe nach und nach in den Kojen.
Am nächsten Morgen begann der Tag bei einem ausgiebigen Frühstück. Nach der Ankunft in Klaipeda wurden wir von dem Ehepaar Wagener empfangen. Frau Wagener begleitete uns bis zum Ende unseres Landaufenthalts und diente nicht nur als Dolmetscherin, sondern ganz besonders als sehr kompetente Reiseführerin, die uns die Sehenswürdigkeiten des Landes, die Geschichte und die Kultur erklärte und die Reise zu einem kurzweiligen Erlebnis werden ließ.

Zunächst fuhren wir in die Altstadt von Memel und wurden zum Mittag im urigen Gasthaus "Ännchen von Tharau" empfangen, wo wir das litauische Nationalgericht "Zepelinas" genießen durften.

So gestärkt setzten wir im Bus mit der Fähre zur Kurischen Nehrung über und fuhren durch einige typisch litauische Dörfer in Richtung Nidda. Zunächst besuchten wir das Thomas Mann Haus, das als Museum die Geschichte und das Werk dieses Dichters darstellt und veranschaulicht.

Anschließend machten wir einen Spaziergang zur Hohen Düne, von wo aus wir einen herrlichen Blick in das Haff und auf Nidda genossen.


Nach dem Einchecken im Hotel Nerija nahmen wir unser Abendessen im Hotelrestaurant ein. Anschließend vertraten wir uns die Beine mit einem Rundgang zum Hafen und durch den Ort. Ein Absacker sorgte schließlich für die nötige Verdauung und eine hoffentlich angenehme Nachtruhe.

Der nächste Tag war für den Besuch von Königsberg vorgesehen, an dem bis auf 6 Personen alle Reiseteilnehmen sich in den Bus begaben. Nach der einstündigen Grenzabfertigung an der russischen Grenze fuhren wir zur ersten Vogelwarte in Europa. Dort wurde uns sehr anschaulich gezeigt, wie die Vögel in großen Netzen gefangen, beringt, mit Größe und Gewicht registriert und dann wieder frei gelassen werden. Die Vogelflugwege konnte man an Karten verfolgen. Auch erhielten wir viele Erklärungen zu den vielfältigen Vogelarten, die in der Warte jährlich zu vielen Tausenden passieren.

An der Ausfahrt aus dem Naturschutzpark Kurische Nehrung erwartete uns bereits die russische Stadtführerin Tamara Mikhailova. Durch den Kurort Cranz fuhren wir nach Königsberg. Hier erfuhren wir, wie die Stadt im Krieg zerstört wurde und sich bis heute entwickelt hat. Wir besichtigten eine alte Klosterkirche.

Dann nahmen wir in der Stadtmitte im urigen Restaurant "Elefant" unser Mittagessen ein.

Nach der Mittagspause wanderten wir am Fluß entlang zum Dom. Dort befindet sich die Gedenkstätte an Emanuel Kant und eine Ausstellung, die wir besuchten.

Mit dem Bus wurde die Stadtführung fortgesetzt mit vielen Hinweisen und Erläuterungen von Tamara.

Die Rückfahrt führte über die neue autobahnähnlich Autostraße zum Eingang des Naturparks. Nach der lästigen, aber notwendigen Grenzabfertigung fuhren wir zurück zum Hotel in Nidda.

Für den Abend war im Fischrestaurant "Senassi nostas" ein Fischessen mit folkloristischen Darbietungen geplant. Das Fischbufett ließ keine Wünsche offen und als warme Hauptspeise konnte zwischen Fisch und Fleisch gewählt werden.

Die Folkloregruppe in heimischer Tracht und mit heimischen Liedern forderte unseren Beifall heraus. Schließlich konnte zur Abrundung dieses außergewöhnlichen Abends auch noch der "Bärenfang" beitragen (Gedicht siehe am Ende des Berichts).

 

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück hieß es Koffer packen und Abschied nehmen von Nidda. Zunächst wurde aber noch am Strand nach Bernstein gesucht und auch etwas gefunden. Auf dem Weg zur Fähre machten wir noch einen Abstecher zu den Toten Dünen, von wo aus wir einen herrlichen Blick über die Dünenlandschaft bis hin zum Haff auf der einen und der Ostsee auf der anderen Seite hatten. Wer Ruhe sucht, findet diese mit Sicherheit in dieser einmaligen Landschaft.

Nach einem kurzen Stopp an der Kormorankolonie bei Juodkrante und der Überfahrt mit der Fähre landeten wir wieder auf dem Festland in Klaipeda. Wir durchquerten die Stadt, um zum Ostsee- Kurort Palanga zu fahren und dort im Schloß des Herzogs Feliks Tyszkiewicz die einmalige Bernsteinsammlung mit dem größten Bernstein der Welt zu besuchen.

Zurück in Klaipeda machten wir im Bus und auch zu Fuß eine umfassende Stadtbesichtigung. Durch die Altstadt mit einer Reihe noch erhaltener Bauten aus der Vorkriegszeit gingen wir zum Marktpatz, um am "Ännchen-Brunnen" gemeinsam das Lied "Ännchen von Tharau"anzustimmen.

Die verbleibende Zeit verbrachten wir quasi als Kontrast zur Altstadt in dem sehr westlich konzipierten größten Einkaufscentrum Litauens, der Akropolis, wo wir uns für die Heimreise stärkten und uns mit Bärenfang versorgten. Am Hafen begann dann das Abschiednehmen vom Ehepaar Wagener verbunden mit dem herzlichen Dank für die ausgezeichnete Betreuung und Führung.

Den Abend an Bord verbrachten wir zunächst mit dem Zuschauen bei der Verladung der Lastwagen und anschließend beim Drink in der Schiffsbar.

 


Am nächsten Morgen hatten wir während der Fahrt auf der Ostsee viel Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, Dösen und Klönen im Salon oder im windgeschützten Außenbereich bis gegen 20 Uhr Kiel erreicht war. Das Mittagessen führte uns noch einmal im Schiffsrestaurant zusammen. Helmut Laser bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei Rolf und Susanne Höhne für die Arbeit, die sie mit der Vorbereitung und Durchführung geleistet haben und überreichte eine "veredelte" Flasche Bärenfang.

Erschöpft und voller neuer Eindrücke verabschiedeten wir uns voneinander und fuhren in Richtung Wolfsburg.

 

 

Das Bärenfang-Gedicht

 

Menschkinnes nennt man diesen Trank,

auf Deutsch da heißt er Baerenfang.

Von diesen ein, zwei Schnaepschen kleine

sind gut fuer Kopf und Bauch und Beine.

Doch trinkst Du mehr von dem Menschkinnes,

dann wirst Du voellig anderen Sinnes.

Zuerst versagt das Gleichgewicht.

Die Beine die gehorchen nicht.

Dann schwindet die Gedaechtniskraft.

Das Denken wird sehr mangelhaft.

Am laengsten haelt sich noch die Sprache.

Doch was man sagt, ist so´ne Sache